Im Rahmen eines Gesprächstermins mit Kultusminister Herrn Tonne konnte der DSLV Niedersachsen zentrale Problemfelder des Sports in der beruflichen Bildung und potenzielle Lösungswege aufzeigen. 


Zunächst wurde auf das Auseinanderklaffen von Bildungschancen und Realität hingewiesen. Über 75 % jedes Schuljahrganges besuchen eine der Schulformen der beruflichen Bildung. Dies genau dann, wenn sich die Lebensperspektive mit Blick auf die berufliche Lebensphase verändert. Dabei verändern sich auch Lebensgewohnheiten, die in der Regel zu einer geringeren Bewegungsaktivität und Distanz zum Sport führen. Zugleich steigt das Bewusstsein in der Gesellschaft, durch Bewegung die körperliche und mentale Fitness zu steigern. Daher böte der Sportunterricht besondere Chancen Bewegungsalternativen und –kompetenzen zu vermitteln. Die Grundlagen dafür sind durch moderne Curricula, gut ausgebildete Lehrkräfte und ausreichend Nachwuchs vorhanden.


Sportunterricht kann jedoch nur wirksam werden, wenn er auch stattfindet. Und genau hier liegt das Dilemma. In der Kombination aus der knappen Ressource Lehrkräfte und der geringen Anerkennung des Faches Sport an berufsbildenden Schulen fallen ca. ein Drittel aller Sportstunden aus! In manchen Schulformen sogar weitaus mehr.


Hierfür hat der DSLV Lösungswege aufgezeigt: Um den Unterrichtsausfall zu stoppen soll jede Schülerin und jeder Schüler in jeder Schulform an den berufsbildenden Schulen verpflichtend Sportunterricht erteilt bekommen und eine Zeugnisnote erhalten! So kann die Chance auf den Erwerb von Bewegungskompetenzen für ein gesundes und aktives Leben ermöglicht werden.

Heiko Gerdes